Macht es gut – Wir machen es hoffentlich besser!?

David Hohs beim Bierverkauf nach der PartieWas macht man eigentlich, wenn eine Saison zu Ende geht? Richtig. Das Fazit steht an, gerne auch mal der einfache Rückblick, gezwungener Maßen eventuell auch nur der Ausblick. Von uns Sportfreunden gibt es an dieser Stelle allerdings nichts dergleichen. Oder doch von allem etwas? Sagen wir es mal so: Wir werden auch in der aktuellen Sommerpause nicht ruhig sein und beschäftigen uns erst mal nur mit dem gescheiterten Aufstieg der Bielefelder und dem Königsspieltag der zweiten Liga.

Nun gut, sprechen wir von einem Königsspieltag, dann hatte die Alemannia gegen den verhinderten Aufsteiger aus Ostwestfalen irgendetwas nicht ganz verstanden. Wenn man sich jedoch die katastrophale Lage der Bielefelder vor Augen führt, den steten Tabellenführer der umgedrehten Tabelle, dann darf man schon mal ein Auge zudrücken ob dieses letzten Saisonspiels. Ziehen wir mal die meinerseits geliebte Chronologie zu Rate.

Der Begriff „Goldene Ananas“ hatte selten so gut gepasst, wie an diesem Sonntag. Nach vorne waren keine Fernsehgelder mehr zu erspielen, nach hinten konnte auch nichts hergegeben werden. Sprich: Die Alemannia würde diese Saison sicher auf dem zehnten Tabellenplatz abschließen – komme, was wolle.

Vom Start weg schien die Mannschaft von Peter Hyballa jedoch noch einmal zeigen zu wollen, was sie in dieser Saison besonders ausgemacht hat: ihre Offensivstärke. Hatte auf der Gegenseite ein Abelski-Schuss noch das Tor von Hohs-Vertreter Krumpen verfehlt, so war es in der 13. Minute Zoltán Stieber, dem es freistehend vor Platins nicht gelang, den Ball ins Tor zu bugsieren. Das Spiel flachte in der Folge ein wenig ab, wurde aber nach wie vor von beiden Seiten mit offenem Visier geführt. Hatte Radu die Chance zur Führung nach einer Ecke in der 22. Minute noch recht leichtfertig verstreichen lassen, so war es in der 33. Minute Benni Auer, der etwas glücklich nach Stieber-Flanke zum 1-0 vollenden konnte. Den nun intensiver nach vorne agierenden Gästen gelang es schließlich aber weiterhin nicht, den Ball auf der gegenüberliegenden Seite im Tor unterzubringen. Berisha kam dem Tor noch am nächsten, scheiterte jedoch mit seinem wuchtigen Kopfball am Pfosten. 1-0 hieß es also nach 45 gespielten Minuten – passabel, aber kein wirklicher Hingucker.

Die zweite Halbzeit avancierte auf Aachener Seite dann zu einer kleinen Abschiedstour. Neben Zoltán Stieber, der von Beginn an ran durfte, kamen nun auch Tolgay Arslan (geht zurück zum HSV) und Thorsten Stuckmann (wechselt womöglich zu Leeds United) zu ihrem letzten Einsatz im Dienst der Alemannia, die an diesem Spieltag übrigens mit dem Jersey für die nächste Saison auflief. Stuckmann stand gleich mehrere Male im Mittelpunkt, musste er nun einen Ball nach dem anderen abwehren. Bielefeld wollte sich scheinbar doch ordentlich aus dem Profifußball verabschieden und legte nun eine Schippe drauf. In der 72. Minute war es dann schließlich so weit: Christian Müller lief alleine auf Keeper Stuckmann zu und netzte eiskalt zum Ausgleich ein. Hatten wir vorher schon keinen Spaß an den extrem wild und gefährlich zündelnden Bielefelder „Fans“, so war die Stimmung nun komplett gekippt. Zu allem Überfluss liefen die Spieler dann sogar noch jubelnder Weise in den Gäste-Fanblock. Macht es gut … und kommt so schnell bitte nicht wieder. Den Großteil von euch werden wir schlichtweg nicht vermissen.

Die Alemannia zeigte nun ein letztes Mal den Willen, sich doch noch ordentlich in die Sommerpause zu verabschieden. Allerdings scheiterten sowohl Stieber, Höger als auch Auer gleich mehrfach am bärenstarken Platins sowie am Aluminium. Bielefeld hatte sich die „Goldenen Ananas“ gefühlt erkämpft und die Alemannia eine urtypische Saisonleistung abgeliefert – 1-1 hieß es am Ende.

Wie bereits zu Beginn erwähnt, soll an dieser Stelle kein Fazit folgen. Allerdings kann ich es mir nicht nehmen lassen, zumindest mal die nackten Zahlen in den Ring zu schmeißen. Von 34 Spielen konnte die Alemannia lediglich 13 gewinnen. Diesen Siegen standen letztlich 12 Niederlagen gegenüber, abgerundet von 9 Unentschieden. 58 geschossene Tore wurden indes durch 60 kassierte in den Schatten gestellt, während sich sowohl Hinrunden- als auch Rückrundenbilanz nichts nehmen (jeweils 24 Punkte). Auswärts war die Alemannia mit 22 Punkten auf Platz 6 anzutreffen, während 26 Heimpunkte lediglich zu Platz 12 genügten. Hierzu werden im fazitären Rückblick auf die Saison sowie den dazugehörigen Ausblick allerdings noch ein paar Worte zu verlieren sein.

Im Anschluss an das Spiel galt es nun allerdings noch, zwei Sachen vernünftig über die Bühne zu bringen. An erster Stelle stand natürlich die ordentliche Verabschiedung der weichenden Tivoli-Kicker. So wurden gleich mehrere Kicker verabschiedet, die sich teils mehr, teils weniger verdient gemacht haben. Erwähnt seien in jedem Fall Thorsten Stuckmann, Nico Herzig, Zoltán Stieber, Markus Daun, Tolgay Arslan, Thomas Zdebel, Thomas Unger und Thorsten Burkhardt. Wie auch immer euer Weg weitergehen wird, die Sportfreunde wünschen euch sportlich sowie privat alles Gute auf euren Wegen. An zweiter Stelle stand abschließend ein Punkt, der so wohl nicht auf dem Zettel der Offiziellen stand: Eine Humba … und nein, nicht irgendeine Humba. Beim letzten Heimspiel (die Sportfreunde berichteten) hatte es noch Pfiffe gegeben, nachdem ein Versuch Zoltán Stiebers, eine Humba anzustimmen, gänzlich missglückt war. Und da sich der Großteil der Fans scheinbar dachte, ihn so nicht nach Mainz ziehen lassen zu können, wurde er ein letztes Mal auf den Zaun beordert. Und schau an: Dieses Mal wusste er tatsächlich, was er zu tun und zu lassen hatte. Keine Minute später hüpfte die ganze Südtribüne und konnte danach „ruhigen Gewissens“ in die Sommerpause entschwinden.

Ein besonders Highlight hatte Erik Meijer zu diesem Zeitpunkt bereits präsentiert. Während kurzerhand auf den Videoleinwänden das Profil von Kim Falkenberg (noch bei Fürth aktiv) eingeblendet wurde, gab Meijer bekannt, dass dieser ab der kommenden Saison für die Alemannia auflaufen wird. Eine sehr gute Personalie, die durchweg positiv von den Sportfreunden aufgenommen wurde.

Im Verlauf der Woche wurde überdies eine weitere Personalie bekannt. So wechselt Nachwuchsspieler Marco Stiepermann leihweise vom frischgebackenen Deutschen Meister Borussia Dortmund nach Aachen. Ebenfalls ein guter und talentierter Mann, der sicherlich für das ein oder andere Tor gut sein wird.

So, die Sportfreunde verabschieden sich hiermit dann auch offiziell in die Sommerpause. Es wird euch zwar leider nicht vergönnt sein, rein gar nichts mehr von uns zu hören, aber in unserem gewohnten Takt wird es wohl eher nicht weitergehen. Tot ziens.

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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