Jahreshauptversammlung der Alemannia… und der Eurogress bebt!

Wahlen, Diskussionen und und undDirekt zu Beginn möchte ich mich bereits dafür entschuldigen, dass dieser Bericht keine rein ausführliche Wiedergabe der Geschehnisse auf der JHV der Alemannia ist. Allerdings muss dazu auch gesagt werden, dass dafür einfach der Umfang der Veranstaltung (Beginn 19.00 Uhr, Ende ca. 00.30 Uhr) zu groß war.

Bereits vor Beginn der JHV war klar, es würde wohl (mal wieder) turbulent werden. Das Hauptaugenmerk lag dabei vor allem auf dem durch Mitglieder eingebrachten Antrag zur Satzungsänderung. Bevor dieser Punkt der Tagesordnung allerdings „besprochen“ wurde, galt es zunächst einmal, viele weitere Themen abzuarbeiten.

Die Berichte der einzelnen Abteilungen, die nach kurzer Diskussion direkt nach der Begrüßung und den Ehrungen, erläutert wurden, will ich hier etwas außer Acht lassen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle Abteilungen Positives berichten konnten und sich klar zeigte, dass der TSV Alemannia Aachen neben dem Fußball auch noch über viele andere Standbeine verfügt.

Mit dem Bericht des Präsidenten bekamen die Mitglieder dann den ersten Vorgeschmack auf die spätere Diskussion über die Satzungsänderung, da dieser es nicht lassen konnte, bereits in seinem Bericht Worte hierüber zu formulieren, um dann eine diesbezügliche Wortmeldung mit einem Verweis abzuwürgen, dass dieser Punkt ja später folgen würde…

Dem Bericht des Schatzmeisters folgte dann der erste Höhepunkt des Abends: Die Entlastung der einzelnen Abteilungen sowie des Vorstandes und Verwaltungsrates. Bereits die Diskussion darüber, ob nun offen oder geheim abgestimmt werden solle, zeigte: Organisation und Alemannia Aachen, diese beiden Dinge passen irgendwie nicht zusammen. Ich darf in diesem Zusammenhang nur mal an den desaströsen Ticketverkauf für das Pokalspiel gegen den FC Bayern München erinnern. Nun ja, sei es drum, nachdem weder die anwesenden Mitglieder noch die bereitstehenden Wahlhelfer oder der Vorstand zu Anfang genau wussten, ob man nun den Stimmzettel in die dafür vorgesehene Urne einwerfen oder doch lieber die Hand heben wolle, entschied man sich letztendlich für das Händeheben. Natürlich hatten die Wahlhelfer zu diesem Zeitpunkt bereits einige Zettel eingesammelt, die dann also ungültig wurden. Dass die ausgezählten Stimmen am Ende nicht ganz mit der Zahl der anwesenden Stimmberechtigten übereinstimmten und dieser ganze Aufwand am Ende gefühlt mehr Zeit beanspruchte als die letzte Wahl des Bundespräsidenten, soll aber jetzt nicht weiter stören. Allerdings fiel zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal an unserem Tisch ein Leitsatz, der sich irgendwie durch den gesamten Abend zog: „Warum einfach, wenn aus auch kompliziert geht“, ja das sollte man noch oft denken und auch hören dürfen.

Bleibt zu sagen, dass dann tatsächlich noch gewählt wurde, nachdem man sich endlich festgelegt hatte, wie dies geschehen sollte. Die Berichte der einzelnen Abteilungen wurden natürlich genehmigt und auch die beiden Gremien wurden, allerdings mit einer hohen Anzahl an Gegenstimmen, entlastet.

Hiernach ging jegliche Ordnung der Veranstaltung verloren. Die vorgesehenen Neu- und Nachwahlen wurden jeweils nach kurzer Vorstellung der Kandidaten vollzogen (diesmal übrigens geheim, da war man sich einig), während die Bekanntgabe des Ergebnisses irgendwann später erfolgte.

Schließlich hatte man sich erfolgreich zu Punkt 10 der Tagesordnung durchgeschlängelt, dem Antrag von Mitgliedern auf Änderung der Satzung! Ich kann und möchte auch nicht die einzelnen Argumente, die die jeweiligen Seiten aufführten, wiederholen. Nachdem die Antragsteller ihre Sache kurz, aber informativ und sachlich vorgestellt hatten, und auch Herr Dr. Terbrack als Mitglied des Vorstandes durchaus sachlich seine Bedenken zur vorgeschlagenen Satzungsänderung geäußert hatte, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, die irgendwann vom Vorstand mit Blick auf die Uhr abgewürgt wurde. Dass man hier doch noch zu einem sinnvollen Ergebnis kam, ist dem Vorschlag eines Mitgliedes zu verdanken. Nach diesem Vorschlag erfolgte ein neuer Antrag, dass sich Satzungsgruppe und Vorstand mit dem Ziel einer handwerklich korrekten, aber demokratischeren Satzung in einer Kommission zusammensetzen. Es soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung folgen, auf der über diese abgestimmt werden soll.

Dieser Vorschlag stieß bei fast allen Mitgliedern auf viel Anklang und auch der Vorstand schien einverstanden. Aus juristischen Gründen musste allerdings trotzdem über die Satzungsänderung abgestimmt werden, die letztendlich an der notwendigen 2/3-Mehrheit scheiterte. Unverständlich war aber, warum nicht zuerst über den neuen Vorschlag abgestimmt werden konnte. Erst später zeigte sich das taktische Manöver, das der Vorstand hiermit verfolgte: So wurde später das Ergebnis durch Vizepräsident Wolf verkündet. Dieser meinte, dass nach der Ablehnung der Satzungsänderung keine Kommission mehr nötig sei und wunderte sich auch noch über die Empörung aus dem Publikum. Ich selber kann nach wie vor nicht fassen, wie man sich so eine Unverschämtheit rausnehmen kann und bin maßlos enttäuscht über die billige Art und Weise, wie man hier versucht hat, sich einem Versprechen, welches man erst kurze Zeit vorher gegeben hatte, zu entziehen. Dachte man, dies wäre nun der traurige Höhepunkt des Auftrittes von Herrn Wolf, so konnte er jedoch noch einen „draufsetzen“, indem er eine (in meinen Augen historisch wertvolle) 3-Sekunden-Wahl durchführte. Ich weiß nicht ob diese in die Annalen der Alemannia eingehen wird, verdient hätte sie es allemal. Herr Wolf rief dem immer noch widersprechenden Publikum zu, dass man darüber dann halt offen abstimme und fragte nach Gegenstimmen. Nun wusste leider keiner mehr, was Herr Wolf da oben nun eigentlich veranstaltete und so fragte dieser ohne irgendwelche Umschweife nach den Enthaltungen. Ehe überhaupt jemand begriffen hatte, was los war, geschweige denn den Arm heben konnte, verkündete er, der Antrag sei angenommen worden und wollte das Podium auch schon wieder verlassen. Ich will nur mal kurz festhalten: Abstimmen, ob man freiwillig oder geheim wählen wird = eine halbe Stunde bis Stunde Aufwand. Abstimmen über einen Antrag = drei Sekunden.

Nun ja, jedenfalls wurde der Antrag am Ende doch (mehr oder weniger) zur Abstimmung gebracht und beschlossen. Auf das, was folgen wird, darf man gespannt sein.

Von den letzten Punkten der Tagesordnung möchte ich nur noch wenig berichten. Für Aufsehen sorgte vor allem Erik Meijer mit seiner Rede, für die er viele Buhrufe erntete. Ich will die Kritik, dass Geld aus der GmbH, also der Fußballabteilung, in andere Abteilungen (vor allem die Volleyballabteilung) geleitet wird, nicht weiter kommentieren. Zwei Sachen waren aber auffällig: Zum einen waren die Worte von Erik Meijer vielleicht nicht gerade freundlich gewählt, aber besonders eine Frage, die er formuliert hat, gab mir zu denken: „Wo will der Verein eigentlich hin?“. Hiermit verbunden stellte ich mir selber die Frage: „Was will und kann sich der Verein in diesem Zusammenhang überhaupt leisten?“.

Zum Ende sollen noch zwei Dinge hervorgehoben werden, die meiner Meinung nach besondere Beachtung verdienen: Zum einen sagte unser Präsident deutlich, es sei sein Ziel, den Verein transparenter zu machen. Vor diesem Hintergrund wiegt die Farce um die Satzungsänderung umso schwerer und auch die Berichterstattung über die JHV auf der Homepage der Alemannia zeigt, wie weit weg dieses Ziel immer noch ist. Zum anderen sollte nicht unerwähnt bleiben, wie im Vorfeld der JHV mit der Satzungsänderung umgegangen wurde. Eine Erläuterung sollte im TivoliEcho veröffentlicht werden, was vom Vorstand abgelehnt wurde. Auch sollte diese Erläuterung an die Einladung für die JHV gehängt werden, was auch nicht durchgeführt wurde. Gleichzeitig kam jedes Mitglied in den Genuss, ein Interview, in dem sich Präsident Nachtsheim von der Satzungsänderung distanziert und die Art und Weise der Einbringung dieser Änderung kritisiert, als E-Mail zugesendet zu bekommen. Das gleiche Interview war auch auf der Homepage der Alemannia zu finden. Auf Nachfragen eines Mitgliedes, warum man die Erläuterung der Satzungsänderung nicht im TivoliEcho oder mit den Einladungen veröffentlichen konnte, erwiderte der Präsident, dass man für eine faire Wahl sorgen wollte. Eine weitere unrühmliche Aussage auf der JHV.

Bei der Alemannia sollen Gräben zugeschüttet werden, man hat nach dieser JHV allerdings das Gefühl, dass eher neue aufgerissen werden. Hinzu kommt (um noch einmal das Thema „Schaffung von Transparenz“ aufzugreifen), dass viele Themen und Fragen weiterhin offen bleiben. Was ist mit dem Nachwuchsleistungszentrum? Wie geht es mit der Finanzierung des Tivolis weiter? Kein Wort hiervon auf der JHV …

Nur eines ist sicher, es bleibt weiter spannend bei der Alemannia!

Über Sisi

Christopher alias "Sisi" ist seit der Gründung im Dezember 2009 Fanclub-Präsident.
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