Irgendwann muss Schluss sein!

Mitgliederversammlung 2011 der AlemanniaFan der Alemannia zu sein – das bedeutet mehr denn je, die harte Schule des Lebens zu nehmen. Wer als Fan die letzten Jahre erlebt hat, findet sich im Duden gemeinhin unter „Selbstmasochist“. Nein – wir wollen und werden keine Erfolgsfans sein – aber offen und ehrlich muss man sagen: Lange kann man das alles nicht mehr aushalten – oder doch?

Nach Retterspiel, Retterturnier, Retterbuttons und Retterfanartikeln, Papierkram rund um diverse Insolvenzen und einem erneuten sportlichen Abstieg haben wir es dann doch irgendwie geschafft, uns an einen Text zu setzen. Aber warum diesen eigentlich schreiben?

Weil wir weiter zur Alemannia stehen! Weil wir weiter den Verein wollen! Weil Alemannia nicht untergeht! Die drei Atömchen lügen nicht. Vielleicht ist dieser Text auch einfach nur der verzweifelte Versuch, damit umzugehen. Damit, dass der Vormund unserer großen Liebe alles tut, um diese zugrunde zu richten.

Alle Fußballwelt fragt sich, warum wir die Gremienvertreter, die wir einst „aus Vertrauen und Achtung gewählt haben“, nicht längst durch die Straßen jagen. Als schwarz-gelber Anhänger kann man diese Frage gar nicht so richtig beantworten. Über Jahre hinweg hat man Fans und Mitglieder belogen. Jahr für Jahr brannte es derart lichterloh, dass man vor lauter Feuerlöscherei die Brandstifter und Verursacher außen vor lassen musste.  „Wir brauchen erstmal Ruhe im Verein!“ – Seit wann haben wir denn jetzt Ruhe?

Persönliche Eitelkeiten gehen bei der Alemannia-Führung vor. Statt Fans und Mitglieder mit Informationen zu versorgen wird bekannt gegeben, dass man Mitgliedern mit Klagen droht. Warum? Weil sie ihre Meinung gesagt haben. Ob besagte Mitglieder damit richtig gehandelt haben, mag bitte jeder selber beurteilen. Warum aber die Jahreshauptversammlung (hätte im ersten Halbjahr von 2013 stattfinden müssen) nun fast schon im Winter liegt? Ganz ehrlich – auch wir können nur spekulieren.

Traurig finden wir zudem, dass sich die gewählten Gremienvertreter nicht dem Vertrauen der Mitgliedschaft stellen.  Nein – man will ja retten, „was man nicht zu verantworten hatte“. Warum die Herren Kutsch und Terbrack kürzlich behaupteten, „man habe nichts gewusst“, ist die nächste Farce in der Reihe unglaubwürdiger Aussagen.

Herr Kutsch – für seinen Teil – ist seit 2009 im Verwaltungsrat. 2011 wurde er in den Aufsichtsrat gewählt. Dr. Terbrack ist ebenfalls seit 2009 im Präsidium des TSV. Manfred Lorenz ist, seit der Ausgliederung der mittlerweile insolventen Spielbetriebs GmbH im Jahre 2006, im Verwaltungsrat des TSV und seit 2010 dessen Vorsitzender. Nun von plötzlichen und unvorhergesehenen Entwicklungen zu sprechen … soll das witzig sein? Und wenn plötzlich unbekannte und hohe Forderungen, sogenannte Altlasten, auftauchen, dann stellen wir uns die Frage: Haben diese Herrschaften überhaupt ihre Pflicht getan? Haben sie ihre Kontroll- und Aufsichtspflicht in Gänze geleistet? Man darf annehmen, dass dies nicht der Fall gewesen ist. Vertrauen genießt keine der derzeit handelnden Personen mehr.

Als sich Prof. Dr. Horst Heinrichs unlängst unbeliebt machte, fand man Rechnungen (Beträge zwischen 200€ und 600€), die ihn das Amt kosteten. Wieso Beträge deutlich höherer Güte hingegen nicht beachtet worden sind? Wir würden es zu gerne erfahren.

Und da wir uns gerne an der Rettung der Alemannia beteiligen – was wir mit einer Spende für den „Club der 100er“ heuer erneut bewiesen haben – und dem Aufruf des Traditionsretters folgen wollen, fordern wir alle Vertreter der Gremien auf, sich dem Vertrauen der Mitgliedschaft zu stellen.

Bis zur Jahreshauptversammlung bringen Rücktritte der Alemannia nichts. Das Klammern an die jeweiligen Posten schadet unserem 113-jährigen Traditionsverein allerdings erheblich. Wir brauchen und fordern einen Neuanfang – mit vertrauenswürdigen Personen.

 

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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  • Schröffie

    Absolut richtig. Besser kann man den Zustand nicht beschreiben.

  • Raphael

    Danke für den guten Artikel!!! Ich weiß auch gar nicht mehr was ich glauben soll, zu wissen habe oder Kenntnis von haben sollte..Zumal der Ruf der Alemannia sowas von am Boden ist. Solange dieser Klüngel nicht aufhört, hat man aber auch einfach keine Lust mehr für diesen Verein zu argumentieren. Ich frag mich jedesmal warum da soviel Schwachköpfe immer noch arrogant in verantwortlichen Positionen rumlaufen, die haben einfach nichts anderes als die Alemannia, weil kein anderer in der freien Wirtschaft diese Leute wollte oder will…
    Der Blick am Samstag vom CHIO Gelände rüber zum Tivoli war traurig und beschämend…und ich hätte nie gedacht, daß es bei mir einmal soweit kommt!

  • Fakt

    Steffen ist noch nicht im Planinsolvenzverfahren angekommen.
    Es ist noch schlimmer.

    1. Wer immer jetzt als Funktionsträger der Alemannia (GmbH und e.V.)
    vorsteht, hat nichts zu sagen! Siehe auch Rückzug des Wirtschaftsrats.

    2. Unter Interims-GF Mönig wird gemacht, was die Gläubiger befriedigt.
    Eine Zerschlagung der GmbH zwecks Neuanfang ist nicht aus eigenem
    Endscheid zulässig. Die Alemannia Aachen GmbH hat keine Wahl mehr.

    3. Der Souverän des e.V., die Mitglieder, ist seit dem Kölmel-Prozeß
    nicht mehr Souverän. Das OLG Köln wird entscheiden, der verbliebene Vorstand
    verhandelt. Eine Mitgliederversammlung käme jetzt einer Kosten verursachenden
    Veranstaltung ohne Befugnisse gleich.

    In der Saison 2013/14 spielt die GmbH für die Gläubiger.
    Wie Infront in die Lage einzudenken ist, bleibt mir noch unklar.
    Vielleicht gibt dieser Konzern in einer Zukunft mehr Unabhängigkeit
    von lokaler Politik und lokalem Gewerbe, von Klüngel also,
    persönliche Eitelkeiten, im besten Fall Überforderung.