Ingolstadt, Bochum und Duisburg

Gegen Ingolstadt auf dem TivoliUnsere Stammleser werden es wohl bemerkt haben: Nach dem letzten Heimspiel gegen den FC Ingolstadt haben wir nicht, wie üblich, mit einem umgehenden Bericht den Spieltag abgeschlossen. Dies wollen wir jetzt insofern nachholen, als dass der Fokus gleich auf drei Spiele gerichtet wird. Während gegen Ingolstadt gewonnen werden konnte, musste in Bochum eine bittere Niederlage eingesteckt werden. Gegen Duisburg steht am Sonntag indes gar ein richtungsweisendes wie besonderes Spiel auf dem Plan. Doch der Reihe nach …

Am 23. Oktober trafen auf dem Tivoli mit der Alemannia und Ingolstadt die beiden Tabellenletzten der 2. Liga aufeinander. Während die Alemannia in Dresden den sicher geglaubten Sieg in letzter Sekunde noch aus der Hand hatte geben müssen, reisten die Ingolstädter mit einer 1-3 Niederlage (in Duisburg) im Gepäck an. Während sich die Verunsicherung auf Aachener Seite durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von David Hohs noch zu vergrößern schien (Tim Krumpen ersetzte ihn im Tor), entwickelte sich anfangs ein eher lahmes Spiel. Beiden Mannschaften war das fehlende Selbstvertrauen deutlich anzumerken. Torchancen waren Mangelware und so kam es eher überraschend, dass die Alemannia in der 22. Minute in Führung gehen konnte. Nach einer Achenbach-Ecke köpfte Benny Auer das Leder an den Pfosten. Glücklicherweise stand Seyi Olajengbesi genau richtig und konnte den Abpraller mit dem Gesicht über die Linie drücken. Der Bann war also gebrochen, doch würde die Alemannia dieses Mal endlich nachlegen können? Ja, sie konnte. In der 27. Minute war es wiederum ein Achenbach-Standard, der das 2-0 einleitete. Dieses Mal beförderte er einen Freistoß scharf in den Strafraum, wo Tobias Feisthammel an den Ball kam. Wiederum landete der Ball am Pfosten, doch auch dieses Mal stand ein Alemanne goldrichtig. Mit Benny Auer traf endlich wieder der Kapitän und bis dahin torlose Aachener Sturmführer.

Die komfortable Führung sollte nur ein einziges Mal ernsthaft in Gefahr geraten, als Hartmann in der 40. Minute einen Kopfball auf das von Tim Krumpen gehütete Tor brachte. Dieser konnte den Ball jedoch bravourös entschärfen und rettete der Alemannia somit die 2-0-Pausenführung.

Die Halbzeit schien den bisher äußerst harmlos agierenden Gästen sichtlich gut getan zu haben. Während sich die Alemannia nun vorzugsweise auf die Defensive konzentrierte, erspielte sich Ingolstadt einige gute Chancen. Das hatte umgehend zur Folge, dass die Partie schnell wieder spannend wurde: Edson Buddle, zur Halbzeit eingewechselt, traf prompt in der 52. Minute zum 2-1 und sorgte damit für schlotternde Knie auf den Rängen. Während die Alemannia in der Folge weiterhin lethargisch agierte, ließ die Defensive allerdings nicht viel zu. Das lag in erster Linie aber auch an den mittlerweile bemühten Gästen, die jedoch nicht in der Lage waren, gefährliche Torszenen zu kreieren. Eine solche sollte es dann in der 68. Minute auf der Gegenseite geben. Der an diesem Tag sehr agile Achenbach hatte sich den Ball erkämpft und maßgenau auf Benny Auer geflankt. Dieser brachte es jedoch fertig, den Ball aus kurzer Distanz zum insgesamt dritten Mal an diesem Tag ans Aluminium zu wuchten – Latte. Die Vorentscheidung ließ also weiterhin auf sich warten.

Die Partie verlagerte sich in der Schlussphase nun eindeutig in die Aachener Hälfte. Während Ingolstadt auf den Ausgleich drängte, gelang der Alemannia keine Entlastung mehr. Trainer Funkel reagierte und wechselte mit und mit defensiver ein. Besonders Thomas Stehle, der für Reinhold Yabo gekommen war, sollte für weitere Stabilität sorgen. Das wäre allerdings fast in die Hose gegangen, als Stehle in der Nachspielzeit an der Strafraumgrenze zur Grätsche ansetzte und somit für eine gefährliche Standardsituation sorgte. Den fälligen Freistoß konnte die Alemannia jedoch abwehren. Damit allerdings nicht genug: Der Ball gelangte zu Benny Auer, der umgehend auf „Speedy“ Odonkor weiterleitete. Nachdem dieser zwei Ingolstädter ausgespielt hatte, wartete nur noch der Keeper auf dem Weg zum Tor. Nur wo war dieser? Sascha Kirchstein, der ohnehin noch nie eine gute Figur auf dem Tivoli abgegeben hatte, befand sich noch in der Aachener Hälfte, da er für den Freistoß aufgerückt war. Von daher brauchte Odonkor den Ball nur noch ins Leere Tor schieben und sorgte damit für frenetischen Jubel auf den Rängen.

Besonders Sportfreund René hatte an diesem Tag sehr viel Freude, konnte er doch erstmalig auf dem Tivoli gleich drei Aachener Tore mit dem Schwenken der Fahne zelebrieren. Insgesamt waren wir wohl alle froh, diesen langersehnten Dreier endlich eingetütet zu haben. Allerdings darf jedoch nicht vergessen werden, dass Ingolstadt erschreckend schwach agierte und somit den angenehmen Aufbaugegner darstellte.

An diese Leistung sollte dann letzten Freitag gegen Bochum angeknüpft werden. Spielerisch wie kämpferisch waren der Mannschaft letztlich keine großen Vorwürfe zu machen. Einzig das Ergebnis war höchst undankbar. Hatten die Bochumer über weite Teile der ersten Hälfte noch den Ton angegeben und verdient die Führung erzielt (Inui per Weitschuss in der 39. Minute), so änderten sich die Verhältnisse in der zweiten Halbzeit radikal. Während die Alemannia in Halbzeit 1 bevorzugt defensiv gestanden hatte, legte die Funkel-Elf nun fulminant los und erspielte sich so einige gute Einschussmöglichkeiten. Allerdings standen nun vermehrt die Torhüter im Blickpunkt und machten ihre Arbeit zum Ärgernis beider Fanlager äußerst gut. Selbst in der Nachspielzeit, als die Alemannia nach einem Foul von Torwart Luthe an Tobias Feisthammel einen Elfmeter zugesprochen bekam, konnte Aimen Demai den Ball nicht im Bochumer Gehäuse unterbringen. Wiederum Keeper Luthe fischte den Ball aus dem Eck und sorgte somit dafür, dass der Alemannia der verdiente Ausgleich verwehrt blieb.

Äußerst schade, wenn man sich das Spiel noch mal etwas genauer anschaut. Während die Alemannia defensiv oftmals gut stand und nicht allzu viele Bochumer Offensivaktionen zuließ, gelang es dem Team von Friedhelm Funkel einfach nicht, eine der zahlreichen Chancen in ein Tor umzumünzen. Selbst ein Elfmeter sollte an diesem Tag nicht ausreichen, um den starken VfL-Keeper Luthe zu überwinden und somit den ersehnten Ausgleich zu erzielen. Besonders pikant: In den letzten beiden Spielen gegen den VfL bekam die Alemannia insgesamt 3 Elfmeter zugesprochen, konnte jedoch keinen davon im gegnerischen Tor unterbringen.

Sollte die Alemannia am kommenden Sonntag also wieder einen Elfmeter zugesprochen bekommen, so hoffen wir auf ein besseres Omen. Der Rahmen sollte in jedem Fall stimmen: Die Alemannia feiert gegen den MSV Duisburg ihr 1000. Zweitligaspiel und hat in diesem Rahmen alles dafür getan, den Tivoli endlich noch mal ordentlich zu füllen. Seit Montag steht fest, dass die Aktion „Preise wie damals“ für mindestens 27.000 abgesetzte Karten gesorgt hat. Für Stimmung sollte also noch mal gesorgt sein … wenn da nicht immer noch die beiden Stimmungs-Pole auf der Südtribüne wären.

In jedem Fall kommt mit dem MSV Duisburg ein Verein an den Tivoli, bei dem es aktuell nicht turbulenter zugehen könnte. Wurden die Meidericher (letztjähriger Pokalfinalist) noch vor der Saison als Aufstiegskandidat Nr. 1 eingestuft, so finden sie sich jetzt auf Platz 15 wieder. Mit 9 Punkten aus den bisherigen 13 Spielen haben sie lediglich einen Zähler mehr auf dem Konto als die Alemannia. Zudem haben sie sich unlängst vom einstigen Erfolgscoach Milan Sasic getrennt und werden aktuell von Oliver Reck betreut. Zu allem Überfluss hat sich nun mit Emil Jula auch noch einer der Schlüsselspieler verletzt. Nicht zuletzt deshalb, auch weil die Alemannia-Formkurve nach oben zeigt, können wir zumindest auf ein offenes Match hoffen. Sollte es den Aachenern gelingen, einige der hoffentlich zahlreichen Möglichkeiten in Tore umzumünzen, dann könnte seit langer Zeit noch mal ein Nicht-Abstiegsplatz winken. Wir Sportfreunde werden in jedem Fall unser Bestes geben, um das Team am Sonntag dabei zu unterstützen.

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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  • Ich freue mich auf Sonntag Freunde! Danke Steffen, für die treffende Zusammenfassung. Ein Dreier täte einfach richtig gut und wäre einfach auch nach dem Spiel in Bochum nicht unverdient. Wir sehen uns auf’m Tivoli