Hessencup 2012

Kein Spiel verbrachte Friedhelm Funkel an der Trainerbande. Die Spiele verfolgte er von der Tribüne aus und konnte sich dennoch am Ende über die persönliche „Titelverteidigung“ freuen. Bereits letztes Jahr gewann er den Licher Hessencup mit dem VfL Bochum. Nach der Auftaktniederlage gegen die Offenbacher Kickers sah es allerdings erstmal nicht nach „Titelverteidigung“ aus.

Hallenfußball ist im Grunde gar nicht meine Welt. Vorbereitung und Eindrücke sammeln – schön und gut für die Trainer und den Sportdirektor – sind jetzt für mich nebensächlich. Was sportlich zählt, ist momentan der Klassenerhalt. Wäre das Turnier nicht, sozusagen, vor meiner Haustüre ausgetragen worden, hätte ich Sport1 selber nicht eingeschaltet. Auf dem Weg zur Ballsporthalle fuhr der Bus der TSG 1899 Hoffenheim dann auch gleich mal hinter mir her – „1899 hinten!“ schrieb ich noch direkt am Parkplatz dazu in die Social-Media-Kanäle. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich damit richtig liegen sollte … 😉

Auch wenn ich 2005 nicht dabei sein konnte, erinnerte mich das überschaubare Grüppchen, welches sich unter dem Hallendach zusammengefunden hatte, an einen legendären Abend in der griechischen Hauptstadt. Wir amüsierten uns über die doch zahlenmäßig überlegenen Offenbacher zur linken Hand und die Frankfurter im Rest der Halle. Die beiden letztgenannten Gruppen lieferten sich einige lautstarke Anfeuerungsschlachten und am Ende des Tages musste man den Offenbachern für Ihren Support schon ein Kompliment machen: Das war klasse, wenn man von den dauernden Anbiederungen wie „Heya, heya Alemannia!“ absieht. Zu den Frankfurter Fans kann ich nur sagen, dass ich selten so viele „Fans“ gesehen habe, die einen Stadtrivalen mit voller Inbrunst anfeuerten. Egal ob im FSV- oder Eintracht-Trikot: Frankfurt ist gleich Frankfurt und es wurde angefeuert.

Zurück zum Turnier: Wie schon in meinem Vorbericht angesprochen, ist Funkel einer der Trainer, der die Hallenturniere ernst nimmt. Jetzt war im ersten Spiel allerdings nichts davon zu sehen. Das war die lust- und ideenlose Alemannia, wie wir sie zuweilen erlebt haben. Nach der frühen Führung durch die Eintracht im zweiten und entscheidenden Gruppenspiel wähnte ich mich schon auf der Autobahn und in der Erwartung, meine Abendplanung überdenken zu müssen. Ähnlich erging es den anderen knapp 14 Öchern unterm Hallendach. Doch plötzlich forderten die OFC-Fans „Wir woll’n die Aach’ner hör’n!“. Ein erneuter Anbiederungsversuch, der lauthals mit einem „Ihr seid scheisse wie die SGE!“ gekontert wurde. Ruhe in der Halle und die Alemannia nutzte das betretene Schweigen zum Ausgleich. Andreas „the Incredible“ Korte sorgte dann schließlich für den 2-1 Sieg. Durchatmen.

Das anschließende Derby zwischen den Kickers und der Eintracht sorgte für Spannung, Unterhaltung, laute Ränge und, vor allem, das Aachener Weiterkommen. Dank eines umkämpften Sieges der Kickers traf die Alemannia auf den Ligakonkurrenten FSV Frankfurt, der im Halbfinale allerdings keine Chance hatte. Im Finale musste sich schließlich die TSG 1899 Hoffenheim geschlagen geben (den Turnierbericht gibt es bei Dirk, alias „Klenkes“, zu lesen). Wir feierten also diesen unerwarteten, am Ende aber verdienten, Sieg in Frankfurt und hatten sichtlich Spaß: als Außenseiter auf dem Platz sowie auch auf den Rängen. „Gegen Aachen kann man mal verlier’n!“ skandierten wir zum Abschluss dieses sehr gelungenen Alemannia-Abends. Hoffen wir doch gemeinsam, dass dieser Sieg der Auftakt für eine erfolgreiche Rückrunde war.

Kurzinterview mit Marco Stiepermann

In einem kurzen Interview hinter der Tribüne erzählte Marco Stiepermann, dass er heiß auf die Rückrunde sei und sich zeigen wolle. Dass er kurz zuvor sein erstes Tor für die Alemannia erzielt hatte, tat ihm sichtlich gut. „Stieppi“ war gut drauf und verriet auch, dass es bislang keine Gespräche über einen möglichen Verbleib bei der Alemannia gegeben habe.

Über Friedrich

Friedrich ist eines der Gründungsmitglieder der Sportfreunde Kaiserstadt. 2013/2014 war er zudem im Vorstand der FAN-IG aktiv.
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