Fanclubtreffen bei der Alemannia

Fanclubtreffen im KlömpchensklubDas erste Fanclubtreffen des neuen Jahres, zu dem die Alemannia am 1. Februar in den Klömpchensklub geladen hatte, war zugleich auch das erste Fanclubtreffen, an dem die Sportfreunde Kaiserstadt in größerem Umfang teilnahmen. So machten sich an einem kalten und ungemütlichen Abend gleich vier Vertreter unseres Fanclubs auf den Weg an den Tivoli. Alle waren gespannt, sollten doch Cheftrainer Peter Hyballa und sein neuer Torwarttrainer Hans Spillmann zum Gespräch erscheinen, um die Fragen der Fans zu beantworten.

Zunächst einmal machte sich leichte Ernüchterung breit! Wer mal einen Blick auf die Website der Alemannia geworfen hat, durfte überrascht sein, da sich nur ein Bruchteil der dort eingetragenen Fanclubs zum Treffen eingefunden hatte. So sollte der Abend eher in einem gemütlichen Rahmen stattfinden, der durch das kostenlose Buffet noch abgerundet wurde.

Hyballa und Spillmann stellen sich den Fragen der Fans

Die Abarbeitung der Tagesordnung begann dann mit dem Höhepunkt des Abends – der Talkrunde mit Peter Hyballa und Hans Spillmann. Nachdem der Pressesprecher der Alemannia, Thorsten Pracht, einige Fragen an die beiden Trainer gerichtet hatte, durften auch die anwesenden Vertreter der Fanclubs ran. Neben einigen eher persönlichen Fragen an die beiden Trainer gab es auch Wissenswertes über die aktuelle Entwicklung der Mannschaft zu hören.

Am interessantesten hierbei war die Frage an Torwarttrainer Hans Spillmann, wer in Zukunft die Nr.1 im Tor der Alemannia sei. Hierzu stellte Spielmann klar, dass im Augenblick David Hohs derjenige sei, der „am besten in das System der Alemannia“ passe, es seien aber noch 20-30% Leistungssteigerung bei Hohs drin. Beide Trainer hatten also viel Lob für David Hohs übrig, bewerteten aber auch die Einstellung von Thosten Stuckmann sehr positiv, der weiter um seinen Platz kämpfen will. Ob sich Hohs wirklich noch weiter steigern kann, bleibt zwar abzuwarten, aber die letzten Spiele haben gezeigt, dass die Alemannia vor allem auf der Linie einen exzellenten Torhüter hat.

Auch nach der Situation im Angriff erkundigten sich die Fans, schließlich wurde mit Sergio Radu ein neuer Stürmer an den Tivoli geholt, der gleich im ersten Spiel einen Treffer erzielen konnte. Die Chancen für die beiden „Bankdrücker“ Juvhel Tsoumou und Babs Gueye schätzt Hyballa zurzeit eher schlecht ein, da er bei beiden im Augenblick nicht das Gefühl habe, dass sie das Tor treffen, was sich auch im Training bestätige. Bei Juvhel Tsoumou kommen auch noch technische Probleme dazu. Hiermit erklärte Hyballa auch die oftmals sehr späten Auswechselungen im Spiel, selbst wenn man in Rückstand stehe.

Die letzte interessante Frage bezog sich auf den Abschied des ehemaligen Torwarttrainers Christian Schmidt und die damit verbundene Beförderung von Hans Spillmann zum Torwarttrainer der Profis. Hyballa bestätigte hier die offizielle Erklärung der Alemannia, dass Schmidt durch seine Tätigkeit im St. Elisabethkrankenhaus zu stark eingebunden sei, um das höhere Trainingspensum mittragen zu können. So endete eine Talkrunde, in der sich beide Trainer durchaus auch kritischen Fragen stellen mussten.

Als zweiter Punkt der Tagesordnung stand die Präsentation des neuen Sicherheitsbeauftragen und Leiters des Stadionbetriebes, Christian Martin, auf dem Programm.

Dieser schilderte zunächst einmal seine Tätigkeit und seinen Arbeitsablauf bei Heimspielen der Alemannia, ehe wieder die anwesenden Fanclubs Fragen an ihn richten durften. Auch hier hielten sich die Fans mit interessanten und kritischen Fragen nicht zurück, wobei die Antworten nicht immer zufriedenstellend ausfielen. So wurden die „lockeren“ Kontrollen bei den beiden Pokalspielen gegen Frankfurt und Bayern angesprochen. Martin rechtfertigte dieses Vorgehen, weil er es nicht einsehe, die Fans der Alemannia wie „Schwerverbrecher“ zu behandeln, was von dem überwiegenden Teil der Anwesenden mit Applaus honoriert wurde.

Trotzdem darf man den Inhalt dieser Antwort doch einmal hinterfragen, gerade, weil die Sportfreunde Kaiserstadt dieses Thema bereits im letzten Bericht aufgegriffen und völlig zu Recht Kritik geübt hatten. Schließlich ist es doch rätselhaft, dass ein solches Konzept bei einem prallgefüllten Stadion und noch dazu bei einem gegnerischen Verein praktiziert wird, der nachweislich gewaltbereite Fans als Anhänger hat. Gleichzeitig ist es bei Heimspielen in der zweiten Liga, zu denen gerade mal die Hälfte der Zuschauer kommt, die die beiden Pokalpartien besucht hat, weiterhin üblich, deutlich schärfere Kontrollen am Eingang durchzuführen. Über den wirklichen Grund kann man zwar nur spekulieren, doch scheint akuter Personalmangel eher eine logische Erklärung für die Praxis bei der Alemannia zu sein.

Neben diesem kritischen Thema wurde ein weiteres heiß diskutiert, das ebenfalls aus Erfahrungen der beiden Pokalspiele resultiert: Bengalische Feuer – die nicht nur bei der Alemannia aktuell diskutiert werden. Martin stellte zunächst klar, dass es sich leider nicht zu hundert Prozent verhindern ließe, dass Fans (in dem Fall der Auswärtsmannschaften) solche Gegenstände ins Stadion schmuggeln. Die DFL kenne aber das Problem und teile auch diese Meinung. Darüber hinaus wurde auch die Legalisierung von Bengalischen Feuern in deutschen Stadien angesprochen, zu der DFL und DFB im Augenblick ein Konzept vorliegen. Martin wollte hierzu keine Stellung beziehen, meinte aber, dass sich grundsätzlich etwas in der Handhabung mit dem Problem ändern müsse. Die weitere Entwicklung bleibt aber abzuwarten.

Neben diesen eher negativen Themen gibt es aber auch positives zu berichten. So zeigt sich Christian Martin im Gegensatz zu seinem Vorgänger zu Gesprächen mit den Fans rund um das Thema Sicherheit im Stadion bereit. Außerdem will er in Zukunft auch immer ein offenes Ohr bei Problemen mit dem Ordnungsdienst haben, die von einigen Fans geschildert wurden.

Positiv ist auch die Maßnahme beim Spiel gegen Fürth zu bewerten, bei dem die gegnerischen Fans in den Sitzplatzbereich verlegt wurden. Grund hierfür war die sehr geringe Anzahl an Fans, die letztendlich aus der der Terminierung der DFL resultierte. Dass die Alemannia mit den Spielen gegen Karlsruhe, Fürth und Frankfurt zu Beginn der Rückrunde gleich drei Heimspiele samstags austragen muss und damit erhebliche Gewinne aus Ticketverkäufen verloren gehen, wurde bereits durch Verantwortliche und Fans stark kritisiert. Dieser Kritik wurde nun noch einmal Ausdruck verliehen, da neben den Verlusten bei den Ticketverkäufen auch weitere unnötige Kosten entstehen. So erklärte Martin, dass auch bei einer geringen Anzahl an gegnerischen Fans trotzdem die gleiche Anzahl an Ordnern vorgeschrieben ist, als sei der Block ausverkauft. Diese Vorschrift gilt allerdings nur für die Stehplätze, weshalb die Fürther in den Sitzplatzbereich verlegt wurden. Natürlich wurden von der Alemannia trotzdem nur die Preise für Stehplatzkarten berechnet.

Für diese Aktion also ein großes Lob an die Verantwortlichen, die weiterhin auf die Benachteiligung der Alemannia bei der Terminierung der Spiele durch die DFL hinweisen. Bleibt nur zu hoffen, dass die DFL hier in Zukunft ein faireres Verfahren findet.

Somit endete eine ausführliche Diskussion mit Christian Martin und die letzten beiden Punkte der Tagesordnung konnten bearbeitet werden, auch wenn diese kürzer ausfielen.

So stellte sich zunächst der Förderkreis Alemannia Aachen 2000 e.V. vor, der vornehmlich den Amateur- und Jugendbereich aller Abteilungen der Alemannia unterstützt. Ausrüstung und Reisen der Jungendteams werden so beispielsweise finanziert. In absoluten Notlagen der Lizenzspielerabteilung wird auch hier Unterstützung angeboten.

Der Verein betreibt lobenswerte Arbeit, die natürlich finanzielle Unterstützung braucht, ein Thema mit dem sich die Sportfreunde Kaiserstadt auf der nächsten Mitgliederversammlung in jedem Falle beschäftigen werden.

Zuletzt verkündete die Stadionarbeitsgruppe ihre Ergebnisse und gab gleichzeitig noch Infos für die Fanclubs, was sich in nächster Zeit auf dem Tivoli so noch tun wird. So wartet die Stadiongruppe noch auf realisierbare Entwürfe für weitere Graffitis im Innenbereich des Tivolis. Desweiteren sind auch neue Stammtische in Planung, die aus den Wellenbrechern des alten Tivoli gefertigt werden. Interessierte Fanclubs können sich hier noch melden. Weiterhin gibt es auch noch Möglichkeiten, im Tivoli Zaunfahnen anzubringen. Auch hier sollen sich interessierte Fanclubs an die Stadionarbeitsgruppe wenden.

Mit diesem letzten Punkt der Stadionarbeitsgruppe war der formale Teil des Fanclubtreffens beendet. Trotzdem blieb aber noch genügend Zeit, den gelungenen Abend beim Genuss von Speiß und Trank gemütlich ausklingen zu lassen.

Über Sisi

Christopher alias "Sisi" ist seit der Gründung im Dezember 2009 Fanclub-Präsident.
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  • Ich bin mal gespannt, ob Herr Martin gesprächsbereiter sein wird als sein Vorgänger. Dieser hatte sämtliche Versuche von Seiten der Fans boykotiert und torpediert an runden Tischen mit Ordnungsdienst, Feuerwehr, Polizei, usw. teilzunehmen und so präventiv und deeskalierend zu arbeiten.