Es muss etwas passieren!

Es kommt nicht von ungefähr, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt kein üblicher Spielbericht zur gestrigen Begegnung gegen Aue auf der hauseigenen Homepage veröffentlich wurde. Viel zu sehr stehen weite Teile der Sportfreunde Kaiserstadt nach wie vor unter Schock wegen der gestrigen Ereignisse rund um das Geschehen auf dem Rasen. Diesbezüglich ist es ausrücklicher Wunsch des Fanclubs, einige kurze Worte zu formulieren.

Die Sportfreunde Kaiserstadt sehen sich als offene und fröhliche Vereinigung, die nicht nur den Support der Alemannia zum Ziel hat, sondern auch einen stets freundlichen sowie offenen Umgang mit anderen Anhängern der Alemannia pflegt. Nicht nur deshalb kommt es in den eigenen Reihen oft vor, dass vereinsfremde Leute, die sich lediglich zu uns gesellen wollen, mit auf den Tivoli kommen. Vor uns stehen dann schon mal fünf Kinder, hinter uns fünf Frauen und oft genug ganze Familien – von jung bis alt ist alles vertreten. Ob dies in Zukunft noch der Fall sein wird, steht spätestens seit gestern in den Sternen.

Wir konnten es kaum fassen, als wir ansehen mussten, wie ein den Aachen Ultras (ACU) feindlich gestimmter “Fan” in den Block gelangte und schlagartig damit begann, deren Banner und Fahnen wegzureißen. Doch damit nicht genug. Als dieser dann von den Ordnern des Blocks S6 verwiesen wurde, stürmte eine ganze Masse von ungefähr 30 weiteren “Fans” ungestört in den Block. Daraufhin kam es zu wüsten Beschimpfungen, Jagdszenen, Handgreiflichkeiten und sehr viel Verwirrung im Rest des Stadions. Außerdem wurden währenddessen noch aus dem oberen Teil von Block S5 Wasserbomben in Block S6 geworfen, was die Stimmung weiter anheizte. Während der Fußball ohnehin schon nur noch eine untergeordnete Rolle spielte, war die Stimmung in Block S6 kurze Zeit später auf dem Siedepunkt. Was sich dort abspielte, war und ist einfach nicht zu glauben.

Wir Sportfreunde verfügen schon über ein gewisses Hintergrundwissen, wollen uns an dieser Stelle jedoch nicht als Ankläger gewisser Teile der Fanszene verstanden wissen, ehe unsere Informationen endgültig gesichert sind. Vielmehr wollen wir zum Ausdruck bringen, dass jegliche Gewalt im Stadion keinen Platz haben darf. Es ist schon schlimm genug, dass es auf dem Tivoli scheinbar recht einfach zu solchen Exzessen kommen kann. Dass dies jedoch innerhalb des eigenen Fanlagers der Fall war, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Die Sportfreunde missbilligen den gestrigen Angriff einer Gruppe angeblicher “Fans” auf das Schärfste und fordern von der Alemannia ein striktes und intensives Vorgehen bei der Aufklärung der Geschehnisse. Es kann nicht sein, dass sich Fangruppierungen, welcher Art auch immer, innerhalb des gesamten Stadions frei bewegen können. Außerdem kann es nicht sein, dass Blöcke scheinbar problemlos geentert werden können. Diesbezüglich hat die Alemannia gestern scheinbar an allen Ecken und Enden gespart, da sich auch ein Großteil von uns unbehelligt im Stadion hat bewegen können. Kontrollen waren in jedem Fall Fehlanzeige. Es kann überdies nicht sein, dass Einzelne Repressalien anderer fürchten müssen, weil diese einen gegensätzlichen Standpunkt vertreten. Es gibt spätestens seit gestern so unfassbar vieles, das einfach nicht sein kann. Aus diesem Grund möchten wir die gestrigen Ereignisse als Kulminationspunkt verstanden wissen, der zur Folge hat, dass die involvierten “Fans” zur Raison gezogen werden und entsprechend aus dem Umfeld der Alemannia verbannt werden. Es möchte niemand abwägen, ob ein Besuch auf dem Tivoli sicher genug ist. Der Spaß und der Support des eigenen Teams müssen im Vordergrund stehen.

Leider jedoch überlegen sich mittlerweile einige Mitglieder der Sportfreunde Kaiserstadt, ob sie tatsächlich noch weiter Gebrauch von ihren Dauerkarten machen wollen. Einige spielen gar mit dem Gedanken, die eigene Dauerkarte an den Verein abzutreten, während andere wiederum planen, ihre Dauerkarte nicht weiter zu verlängern, so der Verein nicht harsch auf die gestrigen Geschehnisse reagiert. Es liegt jetzt ganz in den Händen des Vereins, die Schuldigen zu finden, zu bestrafen und ein sicheres Umfeld zu gewährleisten. So dies nicht der Fall sein wird, steuert die Alemannia in naher Zukunft in den Ruin, wenn nicht mal mehr die eigenen Fans für einen Besuch im Stadion mobilisiert werden können.

Wir Sportfreunde wollen der Alemannia in jedem Fall treu bleiben, zu sehr sind wir mit diesem Verein verbunden. Allerdings nur solange, bis unsere eigene Gesundheit sowie Sicherheit in Gefahr geraten. Dass es zuletzt kurzerhand schon einmal zu kleinen Wortscharmützeln gegen den Fanclub kommen musste, war vielleicht nur die Vorhut. Weiter darf es so in jedem Fall nicht gehen.

Es wurde im Übrigen bewusst darauf verzichtet, gewisse Gruppierungen, die womöglich involviert waren, politisch zu kennzeichnen. Die Sportfreunde selber sehen sich als vollkommen politikfreie Gruppierung, deren hauptsächliche Ziele bereits im Verlauf dieser Stellungnahme Erwähnung gefunden haben. Außerdem wollen wir auch diesbezüglich erstmal abwarten, ob sich eventuelle Befürchtungen und Analysen bestätigen. Es ist ausdrücklich nicht unser Ziel, gefährliches Halbwissen zu verbreiten.

Nun liegt es an der Alemannia. Es ist die Zeit gekommen, jetzt schnell und richtig zu handeln, um den Verein im Zuge solcher irrsinnigen Vorkommnisse nicht weiter verkommen zu lassen. Wir Sportfreunde würden uns sehr über baldige sowie positive Meldungen freuen, da wir auch zu den nächsten Heimspielen gegen Köln und St. Pauli wieder mit einem guten Gefühl ins Stadion kommen wollen.

So sich Teile des Fanclubs weiter zu den Geschehnissen äußern wollen, können sie gerne die Kommentarfunktion nutzen.

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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