Ernüchterung? Mitnichten!

Einige von uns werden sich sicherlich daran erinnern: Auch die Saison 2005/2006 begann seinerzeit mit einem Auswärtsspiel der Alemannia in Aue. Wie auch am letzten Samstag ging die Partie vor knapp sechs Jahren mit einem Tor Unterschied verloren. Am 34. Spieltag stand die Alemannia jedoch auf einem tollen zweiten Platz und durfte somit in die Bundesliga aufsteigen. Nehmen wir das 0-1 vom Samstag nun als gutes Omen oder gehen wir beunruhigt in die Saison?

Eines stand leider schon im Vorfeld des ersten Auswärtsspiels der Saison fest: Die Rahmenbedingungen waren alles, aber nicht einfach. Gekrönt wurde dieses schwierige erste Auswärtsspiel von der Tatsache, dass der Alemannia-Tross geschlagene 40 Kilometer entfernt von Aue (in Chemnitz) eine Unterkunft verbuchen konnte. Nicht gerade die besten Bedingungen für eine perfekte Vorbereitung.

Nichtsdestotrotz war es dem Team um Peter Hyballa gelungen, sich adäquat auf das Spiel vorzubereiten. Auch David Hohs hätte sich gerne speziell auf das Spiel vorbereitet, erfuhr jedoch am Samstagmorgen, dass erst einmal Neuzugang Boy Waterman das Aachener Tor hüten wird. Von den weiteren Neuzugängen fanden sich indes noch Mario Erb (Viererkette, rechts), Bas Sibum (defensives Mittelfeld, zentral) und Marco Stiepermann (links offensiv, hängende Spitze) in der Startelf wieder. Komplettiert wurde die Mannschaft von Tobias Feisthammel und Seyi Olajengbesi (Innenverteidigung) sowie Shervin Radjabali-Fardi, der Timo Achenbach nach langen Jahren auf der linken Verteidigerposition verdrängte. Im Mittelfeld indes gesellten sich zu Bas Sibum drei bekannte Gesichter. Alper Uludag, Manuel Junglas und Kevin Kratz sollten die beiden „Spitzen“ Marco Stiepermann und Benni Auer mit Bällen versorgen.

Das jedoch gelang zu Beginn nicht sonderlich gut, was nicht zuletzt daran lag, dass Aue sofort das Zepter in die Hand nahm. Chancen ergaben sich zwar nicht, das Tempo wurde jedoch stets hochgehalten. Lediglich Fernschüsse von Hochscheidt und Uludag sorgten auf beiden Seiten für einen Hauch von Gefahr. Zwingender wurde es dann aber im Anschluss. Während Stiepermann nach einer gelungenen Aktion nicht genügend Druck hinter den Ball bekam, stand Hochscheidt im Gegenzug alleine vor Waterman, umkurvte ihn und jagte den Ball dann letztlich über die Tribüne. Kläglich. Vor der Pause ereigneten sich schließlich nur noch zwei nennenswerte Szenen. In der 28. Minute wusste Waterman einen Freistoßhammer von Paulus zu parieren, während Junglas in der 37. Minute ein wenig Pech hatte, dass sein Fernschuss nur Zentimeter am Tor vorbeistrich. Kurze Zeit später ging die teilweise intensiv geführte Partie dann in die Halbzeit. Insgesamt war es keiner Mannschaft gelungen, das Spiel zu diktieren.

Die zweite Halbzeit indes brauchte keine Aufwärmphase. Das lag insbesondere an der Alemannia, die jetzt energisch nach vorne kombinierte und sich somit Chance um Chance erspielte. Einziges Manko jedoch war, dass die spielerische Überlegenheit, die jetzt zu Tage gefördert wurde, keinen Ertrag brachte. Auer (48. Minute) und Junglas (50. Minute) scheiterten denkbar knapp und mussten dann in der 53. Minute zusehen, wie Müller auf der Gegenseite Richtung Strafraum zog, den Abschluss suchte und letztlich Glück hatte, dass sein Schuss von Feisthammel entscheidend abgefälscht wurde. Da war es, dieses unnötige und unverdiente 0-1.

Von nun an begann ein offener Schlagabtausch. Die Mannen von Peter Hyballa wollten ihre spielerische Überlegenheit unbedingt in Zählbares ummünzen, während Aue nur noch auf Konter wartete. So scheiterte Stiepermann in der 56. Minute an Männel, während auf der Gegenseite le Beau und Hochscheidt kläglich vor Waterman versagten. Die Alemannia erhöhte nun sichtbar die Schlagzahl und drängte Aue immer weiter hinten rein. Einzig der längst überfällige Ausgleich wollte nicht fallen. Alleine Kapitän Auer hätte per Doppelchance (Minuten 69. und 70.) für den Ausgleich sorgen können, hatte jedoch auch kein Glück im Abschluss.

Nachdem erneut Junglas in der 79. Minute kein Glück im Abschluss gehabt hatte, war sein Arbeitstag beendet. Radu und Achenbach kamen, während neben Junglas auch Stiepermann den Platz räumen musste. Es half alles nichts. Die Alemannia zog jetzt ein Powerplay um den Strafraum auf und versuchte, den Ball vorzugsweise in den Strafraum zu tragen. Einmal hätte es fast funktioniert, aber bevor der Ball im Auer Netz zappelte, hatte Schiedsrichter Gagelmann bereits abgepfiffen. Etwas unglücklich, wie ich finde, zumal Auer und Klingbeil gleichermaßen mit der Hand am Ball waren. So endete das Spiel schließlich mit einer unnötigen Niederlage.

In Aue wäre sicherlich mehr drin gewesen, aber dennoch stimmt die Leistung der Alemannia optimistisch. Sicherlich sind die Abgänge von Höger, Arslan und Stieber schwer zu kompensieren, aber dennoch scheint Hyballa dem erneut sehr jungen Team wieder mal seinen Stempel aufgedrückt zu haben. Sehr gefällig wirkten die Kombinationen, recht sicher stand die Viererkette. Waterman im Tor machte besonders in puncto Strafraumbeherrschung eine sehr gute Figur. Auch, wenn er in der zweiten Halbzeit ein einziges Mal an einer flachen Hereingabe vorbeisprang. Zudem kristallisierte sich mit Bas Sibum ein neuer starker Führungsspieler im Mittelfeld heraus. So das Mittelfeld um ihn herum noch zwingender in der Offensive zu Werke geht, können wir Sportfreunde uns sicherlich auf eine schöne Saison freuen.

Um aber auf die zu Beginn erwähnten Parallelen einzugehen, möchte ich das Omen mal außen vor lassen. Sicherlich wusste die Alemannia zu überzeugen, aber das Zeug zum Aufstieg dürfte sie eigentlich nicht haben. Hierfür müssten diverse Spieler gleich reihenweise über sich hinauswachsen, was angesichts des nach wie vor jungen Alters nicht sehr wahrscheinlich ist. Trotzdem: Wie auch letzte Saison gibt es in dieser auch keine lange Schonfrist – bald muss die gute Leistung auch in Zählbares umgemünzt werden.

Wir Sportfreunde freuen uns indes auf unser anstehendes Sommergrillen (23. Juli), nach dem wir dann zusammen das erste Heimspiel am Sonntag (24. Juli) zelebrieren können. Überdies werden die Sportfreunde wohl zum ersten Heimspiel erstmalig mit ihrer neuen Schwenkfahne im Stadion sein können. Es herrscht eine immense Vorfreude, die gestern noch dadurch befeuert wurde, dass Sportfreunde-Mitglied Fritz bei center.tv Aachen im Studio das Spiel vom Samstag mitanalysieren durfte. Hier habt ihr das dazugehörige Video. Hoffentlich schlägt sich die Alemannia am kommenden Sonntag ähnlich gut und gekonnt wie unser Fritz. 😉

 

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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  • Schöner Bericht und auch schönes Interview 🙂 Daumen hoch an euch beide!

  • Frank

    Puder, gebt Fritz keinen Puder ;o)
    Glatt wie ein Baby-Popo (wobei ich noch keinen Baby-Popo gesehen habe und hier nur die Werbung zitiere) :-p
    Friedrich… ja, aber Samstag sag ich das auch immer :-p
    ——-

    Schöner Bericht von Steffen und Sonntag zählt´s! Gegen Braunschweig MUSS nix kommen, aber ein Tor mehr als der Gegner soll schon das Ziel sein.
    Ich hoffe auf 2 Tore von Junglas, der dann in der 61. Minute ausgewechselt wird und Yabo legt noch 2 x für Stiepi und Auer auf ;o)
    Dann noch Flanke von Striffler auf Auer und so gewinnt Alemannia 5:4 nach 0:3 Rückstand zur Pause *ommmmm*
    ———-
    Bis dahin knabber ich noch ein bisschen türkisches Gebäck :o)

  • Ich frage mich allerdings wie Herr Wergen drauf kommt, ich würde wie 12 aussehen ?! Der soll mal seine Briller pudern…ähm…putzen!

    • Steffen

      Das sah wirklich aus, als wärst du gerade voll in der Pubertät! 😀

      • Du meinst „Pudertät“ ?! 😀

        • Frank

          Yep :o)
          Meine Frau hat mir das Zeug mal verpasst (ok, ich war nicht so ganz nüchtern).
          Die Pics sind längst im Datennirvana… *schüttel*

  • Ahhh, jetzt habe ich das auch gecheckt mit dem Profilgedöns … 🙂