Das Café Madrid in der Hyballa-Straße

Sportfreunde Peter Hyballa Trainer von Alemannia AachenUnverhofft hatte ich die Möglichkeit, Alemannias Trainer Peter Hyballa ein paar Fragen zu stellen. Vorab daher ein dickes „DANKE DANKE“ an seine spontane Zusage und die kurzweiligen Minuten. Diese begannen mit einem flotten „Plausch“ über das Spiel in Aue. Der Coach war allerdings lange nicht zufrieden. Für ihn gab und gibt es kein „Ja, aber …“. Gut zu spielen reicht nicht und er war dementsprechend richtig sauer über diese Niederlage. Der Einstieg war also gemacht.

Neuzugang Lennart Hartmann war am Samstag in Aue gar nicht im Kader. Verrätst Du, warum?

Lennart Hartmann kam etwas unfit aus Berlin. Er hatte dann ’ne kleine Verletzung. Das ist immer so, wenn du ein bisschen unfit bist. Er kommt noch nicht ins Rollen. Ist noch ein Neuzugang, wo ich noch nicht mit zufrieden bin und deswegen muss er sich über die Spiele der U23 anbieten. Aber er hat großes Talent. Im Moment sehe ich ihn aber nicht im Kader.

Boy Waterman war in der Vorbereitung stark, David Hohs allerdings auch. War das eine Bauchentscheidung in Aue oder gab es noch einen weiteren Grund, sich für ihn zu entscheiden?

Es geht ja immer um Leistung und nicht darum, ob er jetzt kürzere Haare hat als David oder längere. Ich glaube, in jedem Punkt war der ’nen Tick besser. Ich hätte aber auch kein Problem, David Hohs ins Tor zu stellen.

Nächste Frage! Du sprichst gerne von der „Box“ und von dem „Box-zu-Box-Spiel“. Was ist aus dem schönen Wort „Strafraum“ geworden?

Ist meine Sprache. Box ist ein bisschen kürzer. Es ist jetzt nicht, um irgendwie cooler zu wirken oder zu zeigen, dass man Oxford-Englisch gelernt hat. Das ist meine Sprache gewesen. Ich war ja auch schon in Namibia, ich war in Amerika – also da redet man halt von der Box. Ich sag‘ ja auch „One Touch“ – man kann auch „Ein Kontakt“ sagen.

Mal zu den Aachener Fans und Fanklubs: Welche kennst Du und hast Du bis jetzt wahrgenommen?

Karlsbande?! Ne?! Die einzelnen Fanklubs kenne ich jetzt nicht. Fan-IG, da war ich mal und da bin ich im August wieder auf einem Treffen. Klar nimmst du die wahr. Du wirst ja auch drauf angesprochen. Am Walchsee waren ja auch brutal viele, fand ich. Ja, du hast mit den Fans normalen Kontakt, wie ich finde. Nur bei den Spielen bin ich halt immer total fokussiert aufs Spiel. Vielleicht gelte ich da manchmal auch als arrogant, aber das bin ich nicht … es ist einfach so, dass ich mich da aufs Spiel konzentriere und die Fans dann nicht so wahrnehme. Im Stadion find ich toll, wenn die gute Stimmung machen. Aber als Trainer nehme ich das nicht immer so wahr, muss ich sagen, weil ich mich echt fokussiere aufs Spiel.

Hast Du schon mal von den Sportfreunden Kaiserstadt gehört?

Doch. Ihr habt doch auch so ’nen Banner, oder ?

Nein, leider noch nicht …

Nein, dann habe ich, ehrliche Antwort, noch nichts von Euch gehört.

Nun noch kurz zu dir: Willst Du länger in Aachen bleiben? Willst Du hier die „Regeln“ brechen und auch mal mehr als 2-3 Jahre als Trainer bei einem Verein bleiben?

Pfft …. Das ist im Fußball ja immer schwierig. Letztendlich müssen wir erstmal Erfolg haben diese Saison und wenn es nach mir gehen würde, könnte ich mir das vorstellen. Man muss aber auch mal die Perspektive sehen. Also ich würde auch gerne mal sagen „Ich bin mit der Alemannia aufgestiegen“, aber der Verein muss auch die Perspektive geben. Und deshalb müssen wir dann Leute wie Stieber und Höger auch irgendwann halten können und nicht immer verkaufen. Ich habe da zwar kein Problem damit und mag Alemannia Aachen. Mein Ziel ist es, irgendwann Erstliga-Trainer zu werden, da habe ich nie einen Hehl draus gemacht. Und wenn es dann mit Alemannia Aachen wäre, wäre es noch am schönsten. Dann hast Du es selber hingekriegt.

Alles mal in eine Waagschale geworfen: Angenommen, die Perspektive ist bald da. Bedeutet das, dass Du länger bleiben würdest? Bist Du in diesem Zusammenhang auch glücklich in Aachen?

Ja, ich mag die Stadt! Aachen ist eine schöne Studentenstadt und hat eine hohe Lebensqualität – keine Frage. Aber das ist für mich nicht sooo wichtig. Für mich ist das als Trainer gar nicht so wichtig. Wichtig ist, was Du in der Stadt selber draus machst. Trainer ist ja auch ein komischer Beruf irgendwie: Wenn Du gewinnst, ist es ’ne schöne Zeit – Wenn du verlierst, ist es keine schöne Zeit. Als Trainer bist’e halt ein Globetrotter, der noch ein paar Stationen haben wird. Du bist ja nicht als Trainer entscheidend, sondern es ist ja auch der Verein entscheidend. Wenn die nicht zufrieden sind, können und werden die ja auch sagen »Adieu Junge!«. Wichtig ist einfach, dass wir entweder sensationell irgendwann mal hochgehen oder wirklich perspektivisch und seriös was machen und nicht nur Zukunftsspieler holen, sondern auch gestandene Jungs. Das muss der Verein auch irgendwann mal hinkriegen – finanziell.

Hast Du vor dem Spiel gegen Erzgebirge Aue eigentlich mitbekommen, dass es 2005/2006 ein ähnliches Auftaktspiel gegeben hat?

Ja … da ist Alemannia aufgestiegen.

Genau so war es. Leider ging es 2:1 verloren. Wie schätzt Du das Team ein? Wo können und werden wir am Ende der Saison stehen?

Also wenn wir aufsteigen sollten, dann könnt Ihr mir die Haare abrasieren. Aber das glaube ich, wird wohl sehr, sehr schwierig zu bewerkstelligen sein. Ich glaube, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz holen werden.

Angenommen, wir steigen auf. Welchen Platz sollte man in Aachen nach Peter Hyballa benennen?

(Lacht) Pontstraße heisst dann Hyballa-Staße.

Herzlichen Dank, Peter Hyballa!

Über Friedrich

Friedrich ist eines der Gründungsmitglieder der Sportfreunde Kaiserstadt. 2013/2014 war er zudem im Vorstand der FAN-IG aktiv.
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