Da war doch was!?

Dieser Tage ist man schon mal gerne im Stress. Wer kennt das nicht, wenn es in großen Schritten auf Weihnachten zugeht? Auf einmal fällt einem auf, dass man sich dieses Jahr noch nicht mit seiner besten Freundin getroffen hat. War ich dieses Jahr schon auf dem Weihnachtsmarkt, um meinem Glühweinbedarf nachzukommen? Welche der 17 Weihnachtsfeiern kann ich eventuell auslagern? Habe ich eigentlich alle Geschenke besorgt? Ach ja, ich habe ja auch noch einen Beruf. Und ja, die Alemannia darf auch nicht zu kurz kommen. Allerdings darf man niemandem böse sein, wenn er den letzten Freitag vielleicht dazu genutzt hat, sich anderweitiger Sachen anzunehmen und nicht zum Tivoli zu kommen.Erst mit einem gewissen Abstand zum Derby gegen Düsseldorf fiel mir ein, dass ich ja noch ein paar Worte zum Spiel verlieren könnte. Aber was schreibt man denn über ein 0-0, das nicht unbedingt erwärmend daherkam? Nun ja, ich versuche mich mal in einer Kurzanalyse, die sich in großen Teilen auf das Drumherum konzentrieren wird.

Auch wenn mit Fortuna Düsseldorf ein Gegner an den Tivoli kam, für den man durchaus das Wort „Derby“ in den Mund nehmen kann, war die Stimmung im Vorhinein weder euphorischer noch intensiver. So schlenderten Thomas und ich schließlich in Richtung Tivoli, um dann an der Tankstelle einen womöglich neuen „Pre-Game-Getränke-Mix“ ins Leben zu rufen: 0,04l Jägermeister + 0,33l Bitburger. Ein großartiger Mix, der zumindest zeitweise dafür sorgt, dass die Stimmung steigt.

Ebendiese Stimmung im Stadion war nach Ankunft zwar gut, aber von richtiger Derbystimmung weit entfernt. Immerhin waren einige Düsseldorfer Fans gekommen, die immer mal wieder ein Liedchen zum Besten gaben. Trotz allem sollte dieses besondere Derbygefühl nicht aufkommen. Das lag nicht zuletzt daran, dass sich die Mannschaft von Norbert Meier ab der 10. Minute sichtlich mit dem 0-0 zufrieden gab. Leider aber konnte die Alemannia auch nicht dazu beitragen, dass die Stimmung weiter angehoben wird. Sei es der Schuss von Tolgay Arslan, der Kopfball von Benny Auer oder der Schuss von Zoltan Stieber … so richtig zwingend waren die Aktionen nicht. So parierte David Hohs kurz vor Toreschluss noch die größte Chance der Düsseldorfer, ehe es zum verdienten Pausentee in die Kabinen ging.

In der zweiten Halbzeit änderte sich erstmal nicht viel. Das Spiel nahm seinen Lauf und die Chancen wurden eher rarer, als dass sie zugenommen hätten. Einzig die Stimmung stieg ein wenig. Das lag vor allem an einem Mann: Christian „The Kid“ Dingert. Der gute Mann, der das Spiel leitete, sah sich im Verlauf des Spiels bei keiner der potenziell VIER strittigen Szenen im Düsseldorfer Strafraum dazu genötigt, auch nur mal ansatzweise in Richtung des Elfmeterpunkts zu denken.

So parierte David Hohs im weiteren Verlauf noch einen gefährlichen Schuss von „Lumpi“ Lambertz oder wie auch immer sie ihn in der „verbotenen Stadt“ schimpfen. Die Fehlpassquote nahm weiter zu, was nahezu unmöglich erschien, und das Spiel näherte sich beharrlich dem Ende. Bis auf eine „Doppel-Chance“ der Gäste kam es nicht mehr zu erwähenswerten Szenen. Mit einem torlosen Remis endete die Partie. Erstaunlicherweise feierten die Gäste dies sehr euphorisch mit ihren Fans.

Von daher richten wir den Fokus jetzt schon mal auf die kommenden Aufgaben. Zuerst steht da der Tabellenletzte auf dem Plan, bereits am Freitag gastiert die Alemannia auf der Bielefelder Alm. Zuletzt fungierte die Arminia eher als Punktelieferant und Aufbaugegner, doch für den kommenden Freitag werden sie sich wohl auf einen positiven Abschluss der Hinrunde eingeschworen haben. In jedem Fall erwatet die Mannschaft von Peter Hyballa ein schwieriges letztes Hinrundenspiel.

Noch schwieriger dürfte es dann in einer Woche werden, wenn die Frankfurter Eintracht auf dem Tivoli zu Gast sein wird. Im Achtelfinale des DFB-Pokals geht es um das Überwintern im nationalen Pokalwettbewerb sowie um einen nicht unwichtigen Geldbetrag. Zumindest nicht unwichtig, wenn man sich die finanzielle Ausgangslage der Alemannia vor Augen führt. Erfreulich dürften hier die Nachrichten sein, dass einige Frankfurter Stammkräfte auszufallen drohen. So wird Marco Russ operiert, „Opa“ Nikolov fällt ohnehin aus wie auch die Herren Franz, Tzavellas, Chris und Bajramovic nicht dabei sein werden. Auf Aachener Seite werden lediglich Alper Uludag und die Langzeitverletzten Florian Müller, Markus Daun, Thorsten Stuckmann, Seyi Olajengbesi und Thorsten Burkhardt nicht zur Verfügung stehen. In jedem Fall positiv ist der Umstand, dass der Tivoli zum zweiten Mal in seiner noch kurzen Geschichte ausverkauft sein wird. Hoffentlich wird sich das in der Stimmung widerspiegeln.

Wer übrigens aufmerksamer Verfolger der Sportfreunde-Page ist, dem sei gesagt, dass die Chronik eines Leidgeprüften nicht ausgeweitet werden muss. Das für das Fehlen beim Mainz-Spiel verantwortliche Seminar wurde in das Sommer-Semester verlegt, weshalb der Mittwoch ganz im Zeichen des Pokalspiels stehen wird. Dies gilt ohnehin für den gesamten Tross der Sportfreunde, die zahlreicher denn je auf dem Tivoli vertreten sein werden.

Ach ja: Die meisten Weihnachtsgeschenke sind besorgt, die Freunde getroffen, der Glühwein getrunken – die letzten beiden Spiele können kommen.

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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