Auswärtspunkt in Bochum

Am gestrigen Sonntag, den 24.10, ging es für die Alemannia zum Auswärtspiel nach Bochum. Eigentlich war für diesen Tag auch die erste gemeinsame Auswärtstour der Sportfreunde Kaiserstadt angedacht. Im Endeffekt traten allerdings nur Fritz und ich den Weg nach Bochum an, der sich in jedem Fall lohnen sollte.

Schon im Vorfeld der Partie war klar, dass sich im alten Ruhrstadion zwei Mannschaften auf Augenhöhe begegnen würden. Bochum hatte aus den letzten vier Spielen ganze 9 Punkte holen können, die Alemannia im gleichen Zeitraum gar deren 10.

Die Mannschaft von Peter Hyballa schien mit der richtigen Einstellung auf den Platz geschickt worden zu sein. Vom Start weg übernahm die Alemannia das Zepter und spielte konzentriert nach vorne. Ohne nennenswerte Chancen zu kreieren verpuffte die starke Anfangsphase jedoch. So kam der VfL nun besser ins Spiel. Nachdem Kevin Kratz nach gut 10 Minuten mit Milos Maric zusammengestoßen war und gleich mehrere Minuten außerhalb des Feldes behandelt werden musste, schlug Bochum in Person von Mahir Saglik zu. Die Bochumer nutzten die zeitweilige Überzahl, um nach einer Flanke und Kopfballverlängerung durch Federico etwas glücklich mit 1-0 in Führung zu gehen. Kevin Kratz, der letzten Endes eine Risswunde am Knie davontrug, musste bereits nach einer knappen Viertelstunde durch Thomas Zdebel ersetzt werden, der nun an alter Wirkungsstätte zum Einsatz kam.

Die Alemannia war sichtlich geschockt, spielte aber in einem niveauvoll geführten Match weiterhin gut mit. In der Folge waren es allerdings die Bochumer, die klarere Chancen generieren konnten. Während die Alemannia das Spiel machte, hatte der VfL die Chancen. So war es, nach Tobias Feisthammels einzigem Fehler, David Hohs, der im 1 zu 1 bravourös gegen Chong Tese die Oberhand behielt.

Und nun kam es wirklich knüppeldick. Bereits in der 38. Minute musste der grippegeschwächte Thomas Stehle runter. Für ihn kam Mirco Casper, der zweite Defensivwechsel in der ersten Halbzeit. Nachdem sich dann Timo Achenbach beim Halbzeitpfiff eine relativ unglückliche gelbe Karte abgeholt hatte (der Schiedsrichter pfeift zur Halbzeit während eines Angriffs der Alemannia, was Achenbach damit quittiert, dass er den Ball in die Hand nimmt und auf den Rasen donnert), war das Wechselkontingent dann mit Anpfiff der zweiten Halbzeit bereits komplett erschöpft. Florian Müller, der in der ersten Halbzeit einen Schlag aufs Knie bekommen hatte, musste runter. Für ihn kam Aimen Demai.

Wer jetzt gedacht hatte, die Vorzeichen stünden wahrhaft schlecht und Bochum würde jetzt nach Belieben dominieren, der täuschte sich gewaltig. Die Alemannia steigerte sich von Minute zu Minute und wurde immer stärker, die Mannschaft kämpfte leidenschaftlich. Dies sollte schließlich auch in der 56. Minute belohnt werden, als eine Flanke von Zoltán Stieber Richtung Bochumer Tor am langen Pfosten von Kapitän Benjamin Auer zum 1-1 verwertet werden konnte. Der viel umjubelte Ausgleich war gefallen und Auer hatte an alter Wirkungsstätte vor der Bochumer Kurve getroffen.

Was fortan geschah, verdient einfach nur Anerkennung. Man merkte einigen Akteuren auf Seiten der Alemannia an, das sie dem hohen Einsatz Tribut zollen mussten. Nichtsdestotrotz hingen sie sich noch mehr rein, suchten die Zweikämpfe und zogen ein tolles Offensivspiel auf. Das sehnlich erhoffte 2-1 sollte jedoch nicht mehr fallen. Es wäre fast noch anders gekommen, als Zlatko Dedic kurz vor Schluss volley auf das Tor von David Hohs zielte. Sein Schuss verfehlte den langen Pfosten nur um Zentimeter.

So endete das Spiel schließlich mit 1-1. Ein bravourös erkämpfter Auswärtspunkt konnte eingefahren werden, der sich aufgrund der Umstände wie ein Sieg anfühlte.

Das dachten sich auch die rund 2000 mitgereisten Fans, mit denen Fritz und ich nach dem Spiel noch ausgelassen das Team und die Trainer feierten. Das Team wusste, was es da gleistet hatte, und auch Trainer Hyballa war sichtlich stolz auf seine Truppe. Nicht zuletzt deshalb ließ er es sich nach dem Spiel erstmalig nicht nehmen, zu den Fans in die Kurve zu kommen … ein rundum gelungener Abschluss eines schönen Fußballsonntags in Bochum.

Nächste Woche gilt es nun, gegen Osnabrück nachzulegen, um weitere 3 Punkte verbuchen zu können.

Steffen

Über Steffen

Steffen ist Gründungsmitglied und "Chefredakteur" der Sportfreunde. Er bringt die Dinge auf den Punkt - mit schwarz-gelber Brille.
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