Alle Jahre wieder …

Kurz vor Weihnachten mag man denken, es ginge alles geruhsam und bedacht zu, doch die Wahrheit sieht anders aus. Volle Straßen, die Innenstadt läuft quasi über und auch die Alemannia hat sich die „besinnliche“ Zeit für ganz große Entscheidungen aufgehoben. Allerdings nicht nur die, auch unser Fanclub hielt die eigene Jahreshauptversammlung kurz vor dem dritten Advent ab.

Die JHV der Sportfreunde Kaiserstadt

Zwei Jahre ist es nun her, da fand sich ein eingeschworener Trupp zusammen, um zu begründen, was heute unser Herzblut ist. Die Sportfreunde Kaiserstadt, am 22.12.2009 geboren. Seitdem hat sich viel getan, wir sind ordentlich gewachsen und zählen nun knapp 30 Mitglieder, auch auf dem Tivoli fallen wir mit unserer Schwenkfahne und unseren Fanschals mittlerweile gut auf. Demnächst werden dann auch noch unsere neue Zaunfahne und frische Fanpullis dazukommen. Aber in den letzten zwei Jahren haben wir nicht nur Dinge auf den Weg gebracht, wir haben auch als Fanclub eine eigene Identität entwickelt!
Und wer nun glaubt, bei uns sei es immer ruhig, es gebe nur Schulterklopfen und Eigenlob, der liegt deutlich daneben. Diskutiert und kritisiert, aber auch gelacht und geschmunzelt wurde auf der ersten Jahreshauptversammlung des Fanclubs. Zum ersten Mal standen Neuwahlen an, in denen Präsident, Vizepräsident und Kassierer neu gewählt werden sollten. Die Wahlergebnisse fielen sehr knapp aus, der Vorstand wurde aber in seinem Amt bestätigt.

Darüber hinaus hatten sich die Sportfreunde eine weitere wichtige Entscheidung auf den Plan geschrieben – den Beitritt zur Fan IG. Ein Thema, mit dem man sich schon längere Zeit kritisch und konstruktiv auseinandergesetzt hatte und das mit Sicherheit einen wichtigen Schritt in der Historie unseres Fanclubs bedeutet. In diesem Zusammenhang ein riesiges Dankeschön an Klaus Offergeld, der uns ausführlich über die Fan IG informiert hat!!! Den Beitritt zur IG haben wir einstimmig verabschiedet, was eben nicht zuletzt an der guten Infoveranstaltung gelegen hat.

In den letzten zwei Jahren hat der Fanclub also eine starke Entwicklung durchlaufen. Dies wird und soll sich auch nicht ändern. Trotzdem werden wir natürlich auch in Zukunft unserer Alemannia die Daumen drücken – in der Hoffnung, dass die finanziellen, sportlichen und zuletzt leider auch sozialen Probleme überwunden werden, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen. Wir Sportfreunde werden darüber natürlich eifrig diskutieren und vielleicht auch mal kritisieren, was nichts daran ändert, dass wir unserer Alemannia die Treue halten!

Von wegen Stille Nacht …

Nicht nur unser Fanclub hatte im Dezember eine wichtige Versammlung, auch die Alemannia hatte diesen Montag zur lang erwarteten außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Die zwei wichtigsten Themen waren vorher klar definiert: die Abstimmung über die neue Satzung und die Wahl über die Ermächtigung des Vorstandes zum Verkauf von Anteilen am Tivoli. Es versprach also wieder ein heißer Abend zu werden, schließlich hatte ein solcher erst zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung geführt. Direkt zu Beginn des Abends wurde die neue Satzung vorgestellt, eine Zusammenarbeit von Fanvertretern und Präsidium der Alemannia. Durch und durch positiv sind die Zusammenarbeit und auch das Ergebnis der beiden Gruppen zu bewerten. Ergebnis: eine deutlich demokratischere Satzung. Dementsprechend deutlich war auch das Abstimmungsergebnis – über 95% der anwesenden Mitglieder stimmten der neuen Satzung zu.

Enttäuschend war dagegen die Ermächtigung des Vorstandes zum Verkauf von Stadionanteilen. Zwar fiel die Wahl deutlich aus und Präsident Nachtsheim gelobte auch, dass man nur an seriöse Investoren verkaufen würde, doch viele Fragen blieben offen. So konnte vor allem kein konkretes Konzept über die notwendige Umfinanzierung des Tivolis vorgestellt werden. So blieb es leider (mal wieder) nur bei Lippenbekenntnissen. Zwar fiel die Wahl deutlich aus, doch dies hat wohl nicht zuletzt auch daran gelegen, dass den Mitgliedern die Pistole mehr oder weniger auf die Brust gesetzt wurde. Und zwar durch die Aussage, dass nur ein „Ja“ die Alemannia retten könne. Wünschenswert wäre gewesen, wenn die Verantwortlichen sich zu ein paar erklärenden Worten durchgerungen hätten. So blieb es aber bei der alten Erklärung, man sei in die Situation geraten, weil die sportlichen Leistungen zu nicht kalkulierbaren Einnahmeeinbußen geführt haben. Dass man mit dem Verkauf von Stieber und Höger und dem Erreichen des Viertelfinales im DFB-Pokal wohl auch Einnahmen generieren konnte, die man realistischer Weise nicht einplanen konnte, fand leider keine Erwähnung. Schade, man hätte viel Vertrauen, das an diesem Abend gegeben wurde, sofort mit klaren Antworten zurückzahlen können. So lässt man Fans und Mitglieder weiterhin im Dunkeln. Wie schlimm es um die Alemannia steht, wurde vor allem durch die Wortmeldung eines Mitgliedes des Aachener Stadtrates deutlich, in der klar ausgesprochen wurde, dass die entscheidende Wahl im Aachener Stadtrat am 25. Januar bei Leibe keine Formsache ist. Vielmehr ist das Misstrauen im Rat groß, es muss also weiterhin um die Zukunft der Alemannia gezittert werden.

Dennoch verlief der Abend deutlich ruhiger als erwartet, vor allem gemessen an den letzten Mitgliederversammlungen der Alemannia. So war zum Ende auch Erik Meijer überrascht, schon so früh mit seiner Rede beginnen zu können. Mangels sportlichem Erfolg der Profimannschaft berichtete dieser dann auch vor allem von den Ambitionen der Jugendmannschaften. Über Neuverpflichtungen, die in Aachen zurzeit gehandelt werden, verlor er allerdings kein Wort. Wenig aufregend war auch die Wahl des neuen Wahlausschusses, der mit der neuen Satzung geschaffen wurde.

So ging eine für die Alemannia äußerst ruhige Mitgliederversammlung zu Ende. Nun liegt das Heft des Handelns bei den Verantwortlichen und man darf nur hoffen, dass es bald eine gute Lösung für die Alemannia geben wird, um den Verein langfristig und nachhaltig zu sanieren.

So bleibt mir am Ende nur noch übrig, allen Sportfreunden sowie deren Angehörigen und natürlich auch allen Lesern ruhige und besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr 2012 zu wünschen! Verbunden sind die Wünsche natürlich auch mit der Hoffnung, dass die Alemannia ihr sportliches Tief überwinden kann und auch für die finanziellen Probleme eine Lösung gefunden wird!

Über Sisi

Christopher alias "Sisi" ist seit der Gründung im Dezember 2009 Fanclub-Präsident.
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