Aachen gegen Fürth oder Letzter gegen Erster

Das vierte Mal zu Null - Vorne wie hintenBereits die Woche vor dem Spiel gegen Fürth war alles andere als ruhig in Aachen. So zog der Verein nach dem torlosen Unentschieden in Paderborn die berühmte Reißleine und beurlaubte Trainer Hyballa sowie Co-Trainer van der Luer. So machen die normalen Abläufe des Fußballs in Aachen nicht halt, auch wenn Erik Meijer betonte, welche großer Verlust diese Entscheidung für den Verein bedeute, vor allem, wenn man bedenkt, dass Eric van der Luer neben seiner Tätigkeit als Co-Trainer auch als Leiter des Nachwuchsleistungszentrum der Alemannia fungierte.

Dass mit Hyballa und van der Luer zwei gehen mussten, die hervorragend zur Alemannia passten und sich perfekt in das Konzept von Erik Meijer einfügten, zeigt, wie ernst die Situation in Aachen ist. Uns Sportfreunden bleibt nur, den beiden alles Gute zu wünschen und festzuhalten, dass die Arbeit von Hyballa und van der Luer mit Sicherheit von einer hohen Qualität war, auch wenn die Ergebnisse der letzten Wochen, dies leider nicht wiedergeben.

So durfte jedenfalls in Aachen fröhlich über die Funkels, Schäfers, Neururers und Schmidts spekuliert werden. Unterdessen übernahm U-23 Coach Ralf Aussem interimsweise die Profimannschaft der Alemannia. Dabei konnte die Herausforderung für den „Neuen“ auf der Aachener Bank nicht größer sein, denn mit Greuther Fürth, kam ausgerechnet der Tabellenerste der zweiten Liga an den Tivoli. Und neben der fußballerischen Klasse, brachten die auch noch das Selbstvertrauen aus fünf Siegen in fünf Spielen mit. Eine Mamut-Aufgabe also die Trainer und Mannschaft da gegenüber stand. Und trotzdem war die Vorgabe klar, der erste Dreier der Saison sollte her, egal wie.

Ralf Aussem sorgte dann vor dem Anstoß für die ersten Überraschungen. So verzichtete er auf Auer, Uludag sowie Stiepermann, während an deren Stelle Hadouir, Radu und Odonkor in der Startelf standen. Außerdem ersetzte David Hohs den verletzten Boy Waterman. Aber nicht nur auf Grund der Veränderung zeigte die Alemannia ein anderes Gesicht als zuletzt. Die Mannschaft präsentierte sich lauffreudig, kämpferisch und vor allem mit einem hohen spielerischen Niveau. Die Fürther staunten nicht schlecht über diese toll aufspielende Alemannia, die sich taktisch klug zurück zog und bei Ballgewinn dann schnell und gefährlich konterte. Vor allem Neuverpflichtung David Odonkor, sorgte für viel Torgefahr und wirbelte in der Offensive. So gehörte ihm nach knapp zehn Minuten auch die erste Möglichkeit, als er aus der eigenen Hälfte heraus Fahrt aufnahm, zwei Fürther einfach stehen ließ und Fürths Torwart Max Grün auf die Probe stellte. Ein Querpass zu dem frei stehenden Junglas, wäre aber wohl die bessere Variante gewesen. Nur wenig später war es wieder Odonkor mit einem Fernschuss, der allerdings das Tor deutlich verfehlte. In 23. Minute dann der Schock, nach einem Foul von Junglas stellte Schiedsrichter, Tobias Stieler, der nicht gerade seinen besten Tag erwischte, diesen vom Platz. Eine sehr, sehr harte Entscheidung, von einer klaren roten Karte, wie Fürths Manager, kann man aber keinesfalls reden.

Gleichzeitig brachte sich Stieler, mit dieser Entscheidung selbst in Schwierigkeiten, da er wenig später auch den Fürther Edgar Prib vom Platz stellte. Das Foul von Prib war keinesfalls rotwürdig, aber nach der harten Entscheidung wollte Stieler wohl seiner Linie treu bleiben. So war noch keine halbe Stunde rum und schon hieß es nur noch zehn gegen zehn. Am Verlauf des Spiels änderte dieser Umstand allerdings nichts, die Alemannia war weiterhin spielbestimmend und torgefährlich. Die linke Seite offenbarte sich hierbei als die gefährlichere, denn der gut aufgelegte Fardi brachte viel Schwung und setzte sich immer wieder gut durch. Sein Schuss aus spitzem Winkel nach einer wunderschönen Einzelaktion konnte der gute Fürther Keeper allerdings problemlos entschärfen. Die beste Chance der Alemannia hatte aber David Odonkor, nach einem schön anzusehenden Spielzug grätschte der Flügelflitzer in den Ball, verfehlte dabei das Tor aber knapp.
Nach einer kurzen Nachspielzeit, ging es dann schließlich torlos (mal wieder) in die Pause. Für Fürth war das Ergebnis mit Sicherheit etwas glücklich und es durfte wohl gekrachte haben in der Gäste-Kabine.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten dann auch gleich die Kleeblätter. David Hohs war nach einem Flachschuss schon geschlagen, doch der Ball ging knapp am Aachener Gehäuse. Die Alemannia zeigte sich unbeeindruckt, wenn auch nicht mehr ganz so druckvoll wie in Hälfte eins. Man versuchte es jetzt weniger spielerisch und dafür mehr mit langen Bällen, die letztendlich zu selten ankamen. Trotzdem hatte die Alemannia Chancen, auch wenn nur noch nach Standard-Situationen. Direkte Freistöße von Kratz und Hadouir verfehlten das Tor jeweils nur knapp bzw. wurden von Fürths Schlussmann entschärft. Nach einer Ecke war Olajengbesi zur Stelle, sein Kopfball landete allerdings neben dem Gehäuse. Am Ende wäre es dann noch fast ganz bitter geworden für die gut aufspielende Alemannia. Nach einer gefühlvollen Hereingabe aus dem Halb-Feld, musste David Hohs alles riskieren um dem Fürther Angreifer das Leder noch vom Fuß zu spitzeln. Eine tolle Reaktion des Aachener Torhüters, der eine gute Leistung bot und am Ende den Punkt festhielt.

So endete das Spiel mit einem torlosen Remis, ein Ergebnis, das diese Partie nun wahrlich nicht verdient hatte. Vor allem für die Alemannia war deutlich mehr drin. Auch wenn man aber weiter auf den ersten Saisonsieg warten muss, so darf man Spiel trotzdem positiv bewerten. Die Mannschaft zeigte sich in allen Belangen stark verbessert und zeigte auch kämpferisch eine Leistung, wie man sie auf dem Tivoli sehen will. Dementsprechend hatten sich die Spieler den Applaus der knapp 15.000 Zuschauer ehrlich verdient. Ein kleiner Lichtblick dürfte außerdem die Tatsache sein, dass die Alemannia die rote Laterne an den VFL Bochum abgegeben hat. Der erste kleine Schritt ist also getan, jetzt heißt es, weiter so Alemannia!

Über Sisi

Christopher alias "Sisi" ist seit der Gründung im Dezember 2009 Fanclub-Präsident.
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