4 – 3 – Die TV-Analyse

Direkt nach dem Spiel fehlten mir erst einmal die Worte. Ein solches Spiel hatte ich, wohl auch die meisten Sportfreunde, schon lange nicht mehr gesehen. Aber leider mal wieder nicht mit dem erhofften Ausgang für die Aachener …

Eigentlich war das Spiel bereits nach 12 Minuten gelaufen. Viele Anhänger der Alemannia machten wohl schon einen Haken unter die nächste Niederlage. Viele stellten sich zu diesem Zeitpunkt wohl auch schon die Frage, „wie hoch man denn heute abgeschossen wird“. Aber was war geschehen?

Zuerst will Boy Waterman in der 10. Spielminute den Ball mit dem linken Fuß klären. Während der Schussbewegung spielt ihm sein rechter Fuß allerdings einen Streich und Idrissou kann den Ball mühelos ins leere Tor einschieben. Nur zwei Minuten später kann dann Köhler nach einer Hereingabe von Idrissou unbehelligt zum 2 zu 0 einnetzen. Die Abwehr von Aachen kommt dabei einem verwirrten Hühnerhaufen sehr nahe. Ein denkbar ungünstiger Start in diese Partie. Aber was danach passiert, ist irgendwie merkwürdig. Frankfurt will scheinbar nicht mehr Fußball spielen und das Spiel der Aachener gestaltet sich für den Rest der ersten Hälfte mehr als desolat. Kaum ein Pass kommt an und vernünftige Abschlüsse in Richtung Tor sind absolute Mangelware, eigentlich nicht vorhanden.

Und so plätschert das Spiel zunächst auch nach der Halbzeit erstmal vor sich hin. Obwohl man festhalten muss, dass die Aachener nach den Wechseln von Radu und Radjabali-Fardi für Stehle und Sibum deutlich engagierter wirken als noch in den ersten 45 Minuten. Vor allem Sibum muss als absoluter Totalausfall bezeichnet werden … und da gibt es auch rein gar nichts schön zu reden.

Aachen wird nach der Halbzeit von Minute zu Minute ein kleines Bisschen besser und Frankfurt engagiert sich scheinbar von Minute zu Minute weniger. Das Resultat ist schließlich der späte Treffer durch Benny Auer in der 78. Minute, ein echtes Hacken-Traumtor. Neuer Spielstand somit: Alemannia Aachen – 1, Eintracht Frankfurt – 0 (+2). Nun folgen die spannendsten zwölf Minuten der bisherigen Saison. Nach dem 3 zu 1 durch Erwin Hoffer in der 81. Minute scheint das Spiel wiederum gelaufen zu sein. Aber die Aachener zeigen weiterhin Moral und kommen nur 68 Sekunden später zum 3 zu 2 Anschlusstreffer. Sehr schöner Kopfballtreffer durch Radu, der durch Auflösungserscheinungen in der Frankfurter Hintermannschaft begünstigt wird. In der 87. Minute gelingt schließlich sogar der lange Zeit nicht für möglich gehaltene Ausgleichstreffer, und zwar nach einem direkten Demai-Freistoß aus ca. 23 Metern. Respekt auch an das Schiedsrichtergespann, das erkennt, dass der Ball mit vollem Umfang hinter der Linie war. Die Freude auf Aachener Seite scheint grenzenlos, aber leider nur für zwei Minuten. Pirmin Schwegler bringt einen unnötigen Freistoß aus halblinker Position scharf in den Sechzehner, wo Matmour über den herauslaufenden Waterman locker ins leere Tor köpfen kann. Unfassbar …

Zwei Fragen sollten nach dem Spiel noch geklärt werden:

1)     Was war denn heute mit Torwart Waterman los? Der bislang sehr sichere Rückhalt der Aachener hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und war aus meiner Sicht an allen vier Gegentoren nicht schuldlos, um es sehr freundlich zu formulieren …

2)     Warum lachte und scherzte Olajengbesi direkt nach dem Spiel mehrere Sekunden mit Matmour? Den meisten Aachenern war das Lachen vollkommen vergangen. Vielleicht haben einige Spieler immer noch nicht den Ernst der Lage erkannt!?

Klar hatte man vor allem in der zweiten Halbzeit eine starke Leistung gezeigt und sich nie aufgegeben, aber belohnt wurde man dafür am Ende mal wieder nicht. Man darf ja auch nicht völlig vergessen, dass man gegen den ungeschlagenen Tabellenführer gespielt hat. Was bleibt, sind neun Punkte nach 15 Spielen und der damit verbundene Tabellenplatz 17.

 Noch ein Wort zum Spiel: Schade!!!

 

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